DIE SCHRIFTENREIHEN DER MGH

Neben ihrem Editionsprogramm geben die MGH mehrere Schriftenreihen und eine Zeitschrift heraus. Die MGH-
Bibliothek gilt als größte Spezialbibliothek zur Geschichte des europäischen Mittelalters. Im Rahmen der DMGH
wird das Editionsprogramm digitalisiert.

MGH-Schriften

Schriftenreihe: MGH-Schriften
Die wichtigste Schriftenreihe, die die Monumenta neben ihrem Editionsprogramm herausgeben, heißt "MGH-Schriften". Sie dient hauptsächlich dazu, bedeutende Werke von Mediävisten, die auch schon eingeführt sind, zu publizieren. Das sind in der Regel recht umfangreiche Werke von manchmal bis zu acht-, oder neunhundert Seiten. Es sind auch gesammelte Schriften, etwa von Herbert Grundmann, dem früheren Präsidenten der Monumenta, darin erschienen, oder von Hans Martin Schaller, dem Stauferforscher. Es handelt sich also um eine bedeutende Reihe, die einen hohen Anspruch an Qualität und Inhalt stellt.

Studien und Texte

Für kürzere Beiträge, die nicht kurz genug sind, um in einem Zeitschriftenaufsatz zu münden, geben die MGH seit den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts die "Studien und Texte" heraus, die auch Dissertationen aufnehmen. Eine gut eingeführte Reihe, jedoch gegenüber den "MGH-Schriften" mit einem nicht ganz so hohen Anspruch an den Erkenntniszugewinn.
Schriftenreihe: Studien und Texte

Hilfsmittel

Schriftenreihe: Hilfsmittel
Die Hilfsmittel sind ein Versuch, nicht in Prosa lesbare Texte zu präsentieren, also vor allen Dingen Register oder Nachschlagewerke anderer Art. Wir hatten da etwa, als damals bedeutenden Fortschritt, die Gratiankonkordanz, also eine Wortkonkordanz zum Kirchenrecht des Mittelalters, die man heute in dieser Form nicht mehr präsentieren würde. Es gibt auch inzwischen, als Nachfolgeprojekt dieses Unternehmens, eine Internetdatenbank die wir zusammen mit der bayerischen Staatsbibliothek anbieten.

Archiv für Erforschung des Mittelalters

Die Zeitschrift des Instituts, das "Deutsche Archiv für Erforschung des Mittelalters", erscheint seit 1937 zweimal jährlich. Der vordere Teil enthält Aufsätze zu allen Gebieten der mittelalterlichen Geschichte, im Wesentlichen aber mit Bezug zu Monumenta-Editionen. Im hinteren Teil findet sich ein umfassender Besprechungsteil mit Kurzanzeigen der gesamten mediävistischen Literatur, die auf diese Weise bearbeitet und angezeigt wird. Diese Rezensionen sind mit dem Katalog der Bibliothek verknüpft, so dass man im MGH-OPAC zu den Titelaufnahmen auch die Rezensionen lesen kann. Seit einigen Jahren existiert der auch rückwirkend umgesetzte Anspruch, dass sämtliche im "DA" angezeigten Aufsätze und Monographien in der Bibliothek vorrätig sein sollten. Darüber hinaus kommt von unserer Bibliothek das Angebot eines Dokumentenliefersystems: Aufsätze werden als PDF-Datei geliefert, wobei sich die Kosten an den Rahmen halten, der den deutschen Bibliotheken auferlegt ist.
Archiv für Erforschung des Mittelalters

Die Bibliothek der MGH

Magazin der MGH-Bibliothek
Die Bibliothek der MGH ist die größte Spezialbibliothek zur Geschichte des europäischen Mittelalters. Sie hat den Anspruch, Forschern sämtliche benötigte Literatur zur Verfügung zu stellen und verfügt üder einen Bestand von etwa 160.000 Bänden, der im Magazin als Präsenzbestand bereitsteht. Es gibt keine Buchausleihe, so dass aber die Bände jederzeit greifbar sind. Die Benutzung findet im Lesesaal statt, wo etwa 30 Arbeitsplätze zur Verfügung stehen. Der Forscher hat jederzeit die Möglichkeit, einen Literaturhinweis zu verifizieren, sich das Buch aus dem Magazin zu holen oder eine Dateninformation im Internet zu überprüfen.

DMGH

Die Digitalisierung ist soweit gediehen, dass sämtliche Bände im Internet lesbar sind (www.dmgh.de). Abbilder der Buchseiten ersetzten dabei ein-zu-eins das Originalbuch. Hinzugefügt werden Volltexte, so dass ein enormer Mehrwert entsteht, wobei allerdings keinerlei Korrekturen eingebracht werden. Es gibt Projekte, die Digitalisate selbst wieder um neue Informationen erweitern, etwa eine Datenbank zu den Diplomata der Ottonen. Auf diese Weise sollen Neueditionen vermieden und trotzdem präzise und für den Benutzer auch sehr leicht zugängliche Angebote erstellt werden, die eine andere Komplexität haben, als das in früheren Jahren möglich war. Vieles, was der Buchdruck aufgezwungen hat, etwa dass man in Urkundeneditionen auf Bilder verzichtet, kann im Internet anders angeboten werden.

Text: Arno Mentzel-Reuters
Die digitalen Monumenta Germaniae Historica


Fördergeber: GHI / University of Alberta in Edmonton (Kanada) / DFG (WAP - Großgeräte der Länder) / Kurt-Bösch-Stiftung / Universität Augsburg / Gesellschaft der Freunde der Universität Augsburg / Bankhaus Hafner / Sin Cinema Filmproduktion